Praktische Kneippanwendungen mit den Kindern
Wasser
Bewegung
Ordnung
Ernährung
Kräuter
Säule: Wasser

Wasseranwendungen stärken die Abwehrkräfte, wirken
ausgleichend und belebend auf Herz/Kreislauf- und Nervensystem.
Wasseranwendungen fördern das Wohlbefinden und können Beschwerden
lindern helfen
Wie wird eine Kneippanwendung durchgeführt?
Jede Gruppe hat einmal wöchentlich (Sonnenkinder Mittwoch und
Sternenkinder Donnerstag) einen „Kneipptag“, der mit dem Turntag
kombiniert ist.
Auf folgende Grundregeln wird dabei besonders geachtet:
1. Einfühlsam:
Je jünger und zarter ein Kind ist, umso vorsichtiger und einfühlsamer
mit kaltem und warmem Wasser umgehen
2. Nur auf warme Haut:
Kaltanwendungen immer nur auf warme Körperhaut
3. Wiedererwärmung:
Nach der Anwendung für schnelle Wiedererwärmung sorgen( Bewegung,
Kleidung, Bett). Es darf kein starker Wärmeverlust entstehen.
4. Stärke der Wirkung:
Anwendungen wirken umso stärker
- je weiter sie von der Körpertemperatur (37 Grad) entfernt sind
- je länger das Kind dem Reiz ausgesetzt ist
- je größer die betroffene Körperoberfläche ist
5. Langsam steigern:
Wenn Sie mit Kneipp-Anwendungen beginnen, dann beginnen Sie mit leichten
Reizen, die Sie ganz allmählich steigern
6. Auf Reaktionen achten:
Achten Sie bei jeder Anwendung auf die Reaktionen des Kindes und dosieren
Sie die Anwendung entsprechend
7. Regelmäßige Anwendungen:
Regelmäßige milde Anwendungen wirken wesentlich besser als alle paar
Wochen eine starke Anwendung. Die Wiederholung bringt die erhofften
Erfolge
8. Spaß und Freude:
Jede Anwendung ist nur sinnvoll, wenn das Kind mit Freude dabei ist, sich
wohl fühlt und wenn es ihm Spaß macht. Ängste bei einer
Kneipp-Anwendung sind fehl am Platz.
Welche Kneippanwendungen bieten wir an?

Taulaufen/Schneetreten:
Frühmorgens,
wenn die Kinder im Kindergarten angekommen sind, treffen wir uns in der
vorbereiteten Garderobe, ziehen unsere Schuhe und Socken aus, alles andere
lassen wir unbedingt an und beginnen uns aufzuwärmen. Danach wird barfuss
durch unseren Garten marschiert, Füße werden gut hochgezogen, wie im
Storchenschritt – Erzieherin geht voran! Im Winter wandeln wir das Ganze
zum Schneegehen um; wir gehen langsam und bewusst.
Anschließend geht es zurück in die Garderobe, dort ziehen wir unsere
Kneippsocken über und erwärmen unsere Füße und unseren Körper wieder.
Danach ziehen wir uns aus (Jacken, Mütze, usw.) geben unsere Kneippsocken
in die Tasche zurück und gehen ins Gruppenzimmer.

Armbad:
Unser Kneipptag ist mit dem Turntag gekoppelt, d.h. die Kinder sind
geteilt, also ca. 13 Kinder im Turnraum – nach den Bewegungs- und Erwärmungsübungen
steht unsere Wanne mit kaltem Wasser erhöht auf einem kleinen Tischchen.
Das einzelne Kind ist im Turnhemd oder T-Shirt mit kurzen Ärmeln und es
wird nachgeschaut, ob jedes einzelne warme Hände hat. Die Kinder stellen
sich hintereinander hinter der Wanne auf, das Kind nimmt seinen rechten
Arm hoch, atmet dabei tief ein. Beim Ausatmen wird der Arm ins Wasser
getaucht etwa bis zu Mitte des Oberarms, anschließend der linke Arm.
Sobald alle beide im Wasser sind, werden sie mühlenartig bewegt und das
Kind zählt langsam bis zehn. Danach werden die Hände abgestriffen und
wieder folgen Erwärmungsübungen, die das Kind selbst entscheiden darf,
bis seine Hände wieder gut warm sind. Nach dem Anziehen gehen die Kinder
wieder in den Gruppenraum zurück.
Wechselfußbad:
Dieses
können bei uns immer vier Kinder machen – Wannen usw. wurden schon vom
Personal vorbereitet, die Kinder ziehen sich um, d.h. sie stülpen ihre
Hosen weit hoch oder ziehen kurze Turnhosen an. Die Wannen (warm – kalt
– warm – kalt) gefüllt, stehen in einer Reihe, vor jeder Wanne steht
ein Stuhl, am Boden liegt eine Matte oder das Handtuch des Kindes,
Kneipptasche und Socken liegen unter dem Stuhl.
Wir beginnen mit der warmen Wanne – beide Beine werden gleichzeitig in
das warme Wasser eingetaucht und bleiben fünf Minuten drin. In dieser
Zeit läuft meine Zeitschaltuhr und ich lasse nebenbei med. Musik laufen.
Wenn die Zeitschaltuhr klingelt, heben wir unsere Beine
hoch, streifen sie kurz ab und wechseln ins kalte
Wasser, die Kinder zählen dabei bis zehn, danach noch mal ins
warme und ins kalte Wasser, wie vorher beschrieben. Die Wannen sind groß
genug, dass immer zwei Kinder gleichzeitig in einer Wanne sind. Nach dem
Bad streifen wir das Wasser kurz ab, ziehen unsere Kneippsocken an und
bewegen uns tüchtig, oder wir kuscheln in unser Bett und reiben unsere Füße
gegenseitig, bis sie wohlig warm sind. Danach wird sich umgezogen und
unsere Kneipptasche wieder aufgeräumt.

Knieguss:
Man
beginnt an der rechten kleinen Zehe, führt
den Strahl seitlich hoch bis handbreit über das Knie. Dort wird der
Schlauch leicht hin- und herbewegt, wodurch die Wade einen glatten
Wassermantel erhält. Nun den Fuß leicht nach außen drehen und den
Schlauch zur Innenseite des Oberschenkels führen und hier auch drei- bis
viermal hin- und herbewegen und die Wade von dieser Seite begießen. Über
die Beininnenseite abwärts zur großen Zehe Guss beenden. Dann folgt in
gleicher Weise der linke Fuß. Als Abschluss beide Fußsohlen begießen.
Wassertreten:
Vorbedingung sind warme Füße.
Brunnenfrisches Wasser etwa 30 cm hoch in den Eimer füllen, die
Unterschenkel sollen bis zur Hälfte eingetaucht sein. Im Storchenschritt
hebt man abwechselnd einen Fuß nach dem anderen immer ganz aus dem
Wasser, die Zehenspitzen zeigen nach unten. Wasser abstreifen, sofort wärmende
Fußbekleidung anziehen und für Wiedererwärmung sorgen.
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Säule:
Bewegung

Bewegung schafft Ausgleich,
baut Stress ab, führt zu geistiger Entspannung.
Bewegung ist gut für die körperliche Entwicklung und bietet die Möglichkeit
der aktiven Auseinandersetzung mit der Umwelt und dem Körper.
Welche Angebote bieten wir den Kindern?
Immer montags findet bei uns ein Erlebnistag statt – außerdem gehen
wir täglich bei jedem Wetter vor dem Nachhausefahren nochmals in den
Garten. Regelmäßige Waldtage (pro Gruppe einmal im Monat) finden statt
und zweimal im Jahr eine Waldwoche (Frühjahr und Herbst). Zusätzlich
machen wir noch Ausflüge und fahren Rad und bieten nachmittags
Psychomotorik an.
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Säule:
Ordnung

Ordnung
soll Ausgleich schaffen, der Ruhe und Muse Raum geben, das Kind soll
Entspannung und soziale Geborgenheit finden. Ordnung fördert die
seelische Stabilität und stärkt das Selbstbewusstsein.
Was bieten wir den Kindern dazu an?
Wohlfühl-Atmosphäre schaffen
Zeit haben für das einzelne Kind
Angebote wie Musik, Märchen erzählen, Raumgestaltung,
Basteln, Malen, Geschichten hören,
Farben, Jahreszeitenrhythmus, Ruhepausen
Feste, Gottesdienste, Projektpräsentation
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Säule:
Ernährung

Gesunde
Ernährung trägt dazu bei, dass viele Krankheiten vermieden werden. Der Körper
wird mit reichlich Vitaminen, Ballaststoffen und Mineralien versorgt. Die
Kinder lernen Vollwertkost kennen. Ernährung fördert das körperliche
Wohlbefinden. Das Auge isst mit (frische Produkte --- nett zubereitet)
Welche Angebote bieten wir den Kindern an?
Normalerweise
findet bei uns die gleitende Brotzeit statt. Einmal im Monat gibt
es jedoch ein gemeinsames gesundes Frühstück. Die Zutaten werden
entweder eingekauft oder von den Kindern mitgebracht. Nach dem Morgenkreis
werden diese gemeinsam geschnitten, gehobelt, geschält, Brote gestrichen
... und alles liebevoll auf Tellern zu einem Buffet arrangiert. Wenn alles
fertig ist, begeben wir uns gemeinsam zum gedeckten Tisch, beten
miteinander und verzehren es, wer seinen Teller leer hat, holt sich
selbstständig Nachschub.
Kochen und Backen mit allen Kindern, z. B. an Geburtstagen,
vorweihnachtliches Backen mit Müttern, ...
Jährlicher Zahnarztbesuch
Getränkeangebot: Es werden täglich im Kindergarten Getränke wie Apfel-,
Trauben- oder Orangenschorle,
Wasser, Tee und Milch angeboten
Außerdem wird noch der Milchtag angeboten, an dem Milch verarbeitet und
angeboten wird, z. B. in Form von Pudding, Kaba, Müsli,...
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Säule:
Kräuter

Das
Interesse für Kräuter und Heilpflanzen soll geweckt werden und die
Nutzung zum Kochen und Heilen soll kennen gelernt werden. Die Kräfte der
Kräuter bringen Körper und Seele ins Gleichgewicht.
Was bieten wir den Kindern an?
Wir sammeln Kräuter und Pflanzen je nach Jahreszeit, erklären
den Kindern deren Bedeutung, bringen ihnen den Namen bei und verarbeiten
diese. Bevorzugte Kräuter und Pflanzen im Kindergarten sind z.B.
Holunder, Zitronenmelisse, Pfefferminzmelisse, Löwenzahn, Kresse, Gänseblümchen,
Spitzwegerich, Lavendel....
Besonders in den Frühjahrsmonaten können wir viele davon bei Spaziergängen
auf der Wiese finden und sammeln. In unserem Kindergartengarten befindet
sich außerdem eine angelegte Kräuterschnecke in der wir u. a.
Zitronenmelisse, Pfefferminzmelisse und Schnittlauch angebaut haben und regelmäßig
mit den Kindern ernten und verarbeiten. Ihnen wird gezeigt,
wie man sie wäscht, schüttelt und schneidet; verschiedene Rezepte werden
ausprobiert, vom Tee und der Holunderlimonade bis hin zum Löwenzahnhonig.......
Rezept Löwenzahnhonig:
100 g Löwenzahnblüten
½ l Wasser
500 g Zucker
Saft von 1 Orange
Die äußeren grünen Hüllblätter abzupfen, sie schmecken bitter. Die
gelben Zungenblüten abstreifen, 6 min. in Wasser kochen, in ein Sieb gießen
und ausdrücken. Anschließend den goldgelben Sud mit Zucker und
Orangensaft 15 Min. zu Sirup einkochen. Honig noch heiß in Gläser füllen.
Der Kräutersud lässt sich leicht in kleinen Portionen einfrieren und später
zu
Honig oder Gelee weiterverarbeiten
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Kneipplied
Melodie: Eine Seefahrt, die ist lustig ...
Immer mittwochs und donnerstags wird gekneippt in unserm Haus
Und wir gehen frisch und munter aus dem Kindergarten raus.
Hollerie,
Hollero, Holleria, hia hia ho.
Früh am morgen geht es barfuss durch den Tau oder den Schnee,
das erfrischt den ganzen Körper und es tut auch gar nicht weh.
Hollerie, ...
Und wir tauchen in das Wasser, mal die Beine, mal den Arm,
das belebt dann unsern Kreislauf und es wird uns wieder warm.
Hollerie,...
Bei der Brotzeit legn wir auf gesunde Sachen sehr viel Wert,
Knäckebrot, Obst und Gemüse und Karotten wern verzehrt.
Hollerie, ...
Auch mit Pflanzen und mit Kräutern kennen wir uns ganz gut aus,
bringen Löwenzahn und Hirtentäschel gerne mit nach Haus.
Hollerie, ...
Wir bewegen uns beim Turnen, auch im Wald und mit Musik
Das bringt Schwung in die Gelenke und wir bleiben jung und fit.
Hollerie, ...
Unsere Räume, die sind freundlich und wir fühlen uns sehr wohl,
ja, da freut sich unsere Seele und es geht uns wirklich toll.
Hollerie, ...
Und wollt ihr das gar nicht glauben, ja dann laden wir euch ein,
kommt vorbei, probiert´s mal selber, dann fühlt ihr euch auch so fein.
Hollerie, ...
Kneippiade
2005
Am 19.05.2005 fand das Kindergartensommerfest statt,
welches für unsere Einrichtung ein besonderer Tag war. Es wurde in diesem
Rahmen die vorläufige Kneipp-Zertifizierung überreicht.
Bei unserem Herbstfest am Samstag den 07.10.2006 durften wir die endgültige Anerkennung zum Kneippkindergarten von Frau Matzke
entgegennehmen. Außerdem hat sich der Kneippverein Ingolstadt
(Ansprechpartner: Herr Karl-Ludwig Moritz) bereit erklärt, als
Kooperationspartner für uns dazusein.
In dieser Funktion erhielten wir bereits 2006 und 2007 eine
Grundausstattung für unsere Kneipp-Anwendungen (z.B. Peelinghandschuhe)

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